Und dieser Regen verfolge uns von
nun an. Wir fuhren durch Wanaka und über den Haastpass. Die Landschaft soll
fantastisch sein! Leider sahen wir nicht viel davon, denn der Regen machte
keine Pause. Auf dem Weg gab es einige Wasserfälle zu besichtigen, die in den
Regenmassen zu riesigen braunen trommelnden Lawinen anschwollen. Es goss uns
aber doch zu sehr und wir beschlossen abzuwarten, bis der Regen vorüber war.
Wir verkrochen uns in unserem Wohnmobil. Als es dann dunkel erleuchtete unser
Mobil immer wieder in hellem Licht. Ein heftiges Gewitter war über uns
angekommen und es goss aus vollen Kübeln. Es blitzte und donnerte, doch der
Donner war nur selten zu hören, so schlug der Regen auf unseren Camper nieder!
Vom Gewitter in der Nacht waren
am Morgen teilweise Strassen gesperrt oder mussten zuerst von umgestürzten
Bäumen frei geräumt werden. Wir hatten Glück und konnten ohne weitere Probleme
weiter fahren. Doch von der schönen Aussicht, die der Lonely Planet verspricht,
sahen wir auch an diesem Tag nicht viel, denn die Regenschauer gingen weiter,
wenn auch weniger heftig wie in der Nacht zuvor. Wir besuchten den Fox Glacier
und den Franz Josef Glacier, waren allerdings nur mässig beeindruckt. In der
Schweiz kommt man eben doch näher an die Gletscher heran, auch ohne geführte 30
Mann Tour. Aber hier breiten sie sich um einiges schneller aus – zwischen 1 und
5 Meter am Tag wachsen die Gletscher! In Ross, einem kleinen Goldgräberdorf
hielten wir kurz an, aber nur um unseren Wassertank wieder zu füllen. Unser
Nachtlager schlugen wir am Lake Kaniere auf, wo mich einen Moment lang die Lust
ergriff, in den eiskalten See zu springen (was nach einigen Tagen ohne Dusche
wohl kaum so ungewöhnlich ist!). Abgehalten davon wurde ich von den Fischern,
die hier auf dem Steg Diverses an Land zogen (anstandshalber liess ich den
fischevertreibenden Platscher ins kühle Nass aus).
Die gestrige Mission lautete
vorerst: Ab nach Hokitika ins gewärmte Hallenbad zu einem kräftigen Schwumm und
vor allem einer wohlverdienten Dusche! Nach diesem Badevergnügen gönnten wir
uns einen Spaziergang durch die Stadt. Hier boomte der Jadehandel! Man bekommt
es geschliffen, im Rohzustand, zu kleinen Kiwis, Federn, Pinguinen und
Schildkröten geschnitzt, in traditionellem grün oder in weiss und schwarz. Aber
natürlich zu immensen Preisen. Wir suchten uns lieber ein Kaffee und wurden
schliesslich im Hinterhof eines Secondhandladens fündig. Die Stimmung ist
schwer zu beschreiben, aber wenn ihr die Bilder seht könnt ihr es euch
vielleicht vorstellen! Dort standen alte Stühle, aus Holz geschlagene Bänke und
alles umrundet mit vielerlei Pflanzen. Das ganze hatte seinen ganz eigenen
Charme, in dem wir uns super wohl gefühlt haben!
In Punakaiki besichtigten wir, in
Vorbereitung auf Indonesien, die (Banana) Pancake Rocks. Die sehen wirklich so
aus, als hätte jemand zu viele Pancakes aufeinander gestapelt! Und von so viel
Pancakesgerede haben wir auch schon richtig Appetit auf Pancake bekommen! Gabs
aber nicht! Zur Ablenkung machten wir uns auf, die Fox River Caves zu
erforschen! Doch vor der Erforschung hiess es: Wer sucht, der findet! Durch
Schlamm und reissende Flüsse musste gewatet werden (was mit einer Kamera im
Gepäck das ein oder andere Mal für spannende Momente sorgte) und zwischendurch
mussten auch die orangen Schildchen gesucht werden, die den Weg anzeigen. Die
seifenglatten Steine kurz vor der Höhle sorgen dann nochmals für eine
Rutschpartie der ganz besonderen Art, bevor wir unsere Taschenlampen zückten
und die Tropfsteinhöhle endlich von innen begutachten konnten. Wir waren die
einzigen Besucher und es war stockfinster, zum Glück war Tobys Taschenlampe
hell genug für uns beide! Wir stiegen über Stalagmiten, die wie Augen aus dem
Boden Aufragten (sie erinnerten mich an Augen, weil bei den Meisten der obere
Teil kreisrund und weiss war, wie Augen eben). Die Höhle ging weiter hinein als
wir gedacht hatten! Doch an einem Punkt ging es nicht mehr weiter, weil der
darauf folgende Teil unter Wasser stand. Wir konnten den mehr oder weniger
„befestigten Weg“ sehen, der vielleicht ohne die tagelangen Regenfälle begehbar
gewesen wäre. Der Rückweg war um einiges leichter als der Aufstieg und wir
sahen in dem Regenwald eine einsame Ziege. Wir nehmen an, dass es der Geist
jener Ziege ist, die vor 1900 jenem Bauern abgehauen ist, der die Fox River
Caves entdeckt hat – eben weil er die Ziege suchen musste.
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