Schweren Herzens verliessen wir Poyalisa nach ca. fünf Tagen
und fuhren mit dem Boot zu dem eineinhalb Stunden entfernten Tomken-Island, wo
wir in den Fadhila Cottages nächtigten. Das Resort war auch sehr schön, mit
Sandstrand und einem langen Steg ins Blaue, konnte uns schlussendlich aber
nicht ganz überzeugen. Unser Bungalow unterschied sich nicht gross von dem in
Poyalisa, allerdings hatten wir hier ein Freiluftbadezimmer mit erhöhter
Toilette, damit man bei seinem Geschäft auch schön den Ausblick geniessen und
mit seinen Nachbarn, die auf der Terrasse nebenan sassen, ein Pläuschchen zu
halten. Ganz nett war auch sein Geschäft im Regen abzuhalten, worüber wir im
Voraus Witze rissen.
Auch von hier aus konnte man einige Schnorcheltrips machen.
Wir besuchten zuerst ein Riff, anschliessend assen wir am Strand und danach
ging es zum Marionnelake, einem See voller Quallen ohne gefährliche Nesseln, in
dem wir mit den Tieren schwimmen konnten.
Bevor der Trip allerdings los ging, besuchten wir Katupat,
eine Stadt auf der gegenüberliegenden Insel, um dort mit der
Non-Profit-Organisation everto eine Plastik-Tour zu machen. Da die Leute hier
nicht wissen, was sie mit ihrem Plastikabfall machen sollen, werfen sie diesen
auf die Strasse. everto möchte in dieser Problematik helfen und aufklären. Bei
den Plastiktouren werden die Strassen von jeglichem Plastikmüll gereinigt,
wobei wöchentlich ca. 70 Kilo Abfall zusammenkommen (und das ohne die ganze
Stadt zu reinigen). Die Kinder aus Katupat helfen mit, doch können sie wahrscheinlich
nicht verstehen was da passiert. Sie helfen weil es Spass macht und die
Erwachsenen schauen etwas perplex zu, wie die reichen Touristen ihren Müll
entfernen. Schwierig…
Oh, fast hätte ich das wichtigste Ereignis vergessen: Toby’s
erster Tauchgang! Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Fadhila entschloss
sich Toby einen Discover Dive zu absolvieren. Er warf sich in seinen
Neoprenanzug, band sich die Gasflasche auf den Rücken und schon verschwand er
im blauen Nass. Zuerst nur am Strand vor den Cottages, um die Basics des
Tauchens zu lernen. Während er im Wasser planschte, wurde ich von einem
Tauchlehrer (oder so..) über das Geschehen aufgeklärt. Dass jetzt das Brille
säubern geübt wird, jetzt der Sauerstoff von Toby abgestellt wird, um den Ernstfall
zu üben und dass sie jetzt auf 10 Meter tiefe gehen (das Höchstmass für
unerfahrene Taucher). Toby schien sehr begabt zu sein, also durfte er mit ins
nahegelegene Riff. Nach Stunden kehrte er dann zurück und erzählte von seinem
Tauchgang in 27 Metern Tiefe. Ja, mir wurde ein Moment schlecht, aber ich war
froh, ihn an einem Stück zurück zu haben. Zum Glück erfuhren wir erst später,
dass gewisse Leute in diesen Tiefen die Taucherkrankheit überkommt und völlig
durchdrehen… Aber alle waren stolz auf Toby und seine Heldentat und er wurde
gefeiert bis tief in die Nacht hinein.