Samstag, 13. April 2013

Gräber, Hochzeit Reisfelder - Motorcycle trip


Nach unserem Tag mit Johny wollten wir Toraja noch auf eigene Faust erkunden. Wir hatten so viele schöne Orte beim Vorbeifahren gesehen, doch konnten wir sie weder genauer anschauen, noch fotografieren (auch nicht vom Rücksitz des Scooters aus, denn es regnete immer wieder und die Kamera musste im Rucksack bleiben) Also behielten wir den Scooter einen weiteren Tag und fuhren durch die Gegend, genossen die wunderbare Landschaft und suchten Hängegräber auf, die in einem kleinen „Dorf“ voller neugebauter Toraja-Hütten zu finden waren. Hier konnten wir zuerst einem Handwerker bei seiner Schnitzarbeit zusehen, der aus etwas Holz und etwas Naturfarbe wunderbare Bilder, Tische und vieles mehr herstellte. Wir verbrachten eine ganze Weile damit, seine Kunstwerke zu bestaunen und ihm bei der Arbeit zuzusehen.
Nachdem wir uns sattgesehen und –gestaunt hatten, kletterten wir die Stufen zu den Gräbern hinauf, die auf Holzpflöcken in den Steinwänden hangen. Einiger dieser einfachen Särge aus Holz waren heruntergestürzt und offenbarten deren Inhalt. Überall lagen Knochen und Totenköpfe herum und leere Augen starrten aus den Gräbern auf die neugierigen Lebenden, die sich an diesen Ort wagten. Wir stiegen weiter hoch und fanden uns am Eingang zu einer Höhle wieder. Auch hier lagen die Gebeine Verstorbener auf dem Boden, zwischen Opfergaben, Bildern und Müll. Wir konnten weiter in die Höhle hineingehen als uns lieb war. Es fühlte sich schon ganz schön eigenartig an und so verliessen wir dann auch schon bald die Gräber und schwangen uns auf unser Klappergestell, um mehr von der Gegend zu sehen. Wir fuhren und hielten und fuhren und hielten und fuhren…. und plötzlich rumpelte es unter uns und knallte es… und dann blieb das gute Gefährt einfach stehen. Tja, ganz schön blöd gelaufen, da standen wir nun mitten im Nirgendwo, zwischen Reissfeld und Dschungel. Nach einigen Versuchen lief der Motor dann doch wieder. Für die nächsten hundert Meter. Dann war Schluss mit lustig! Aber wir hatten es in ein kleines Dorf geschafft und Toby lief los um Benzin aus der Flasche zu holen. Nach einigen Minuten kam er dann zurück mit einem Mann und einer Flasche vollgefüllt mit goldigem Wundertrank. Glugg glugg glugg… Und schon schnurrte das Ding wieder wie ein Kätzchen.
Für den nächsten Tag planten wir eine Wanderung, die uns von unserem Scootervermieter empfohlen wurde. Wir beschlossen, ein Bemo (ein winziger Bus mit zwei Bänken unter den Fenstern) bis Lembo zu nehmen und von dort aus ein Stück zu wandern und dann wieder ein Bemo zurück zu nehmen. Als wir aber am Busterminal ankamen, war es unmöglich ein Bemo zu finden, das an diesem Tag nach Lembo fuhr. Wir fragten einige Leute und alle erklärten uns, dass wir ein Auto nehmen sollten und kamen auch gleich mit einem angefahren. Aber wie wären wir dann wieder zurück gekommen!? Also beschlossen wir, zurück zu fahren und einen Tag mehr einen Scooter zu mieten. Allerdings konnten wir jetzt kein Bemo mehr zurück zum Hotel finden, denn alle wussten bereits, dass wir nach Lembo wollten. Da hier immer alle gerne helfen, waren auch immer einige Leute gleich zur Stelle und erklärten, dass wir nach Lembo wollten, was ja jetzt nicht mehr stimmte… Es dauerte eine ganze Weile, bis wir dann doch jemanden überzeugen konnten, dass wir wirklich nicht mehr nach Lembo wollten. Und dann hatten wir das beste Partybemo das man sich vorstellen kann. Eingebauter Flachbildfernseh und riesige Boxen.
Wir schwangen uns einmal mehr auf den Scooter und liessen uns den Wind um die Ohren wehen. Wir wollten dieselbe Route fahren, die wir auch gegangen wären. Da verpassten wir eine Kreuzung und schon standen wir mitten in einer indonesischen Hochzeitsfeier! Wir wagten einen kurzen Blick hinein und schon stand da die Weddingplanerin und lud uns ein, der Zeremonie beizuwohnen. Wir wurden gross begrüsst und sogar ein Liedchen wurde für uns geträllert. Da waren mindestens zweihundert Leute anwesend, die allesamt auf das Brautpaar warteten. Mädchen, klein und gross, rannten in ihren traditionellen, bunten Trachten herum. Als das Brautpaar dann eintraf, reihten sich diese zu einer Prozession ein, mit vielen anderen Leuten. Das Brautpaar setzte sich auf ein altarähnliches Gebilde und wurden dort offiziell getraut.
Irgendwann mussten wir aber weiter und fuhren weiter durch Reisfelder und über Berge, über Holperpisten und durch Dörfer, assen zu Mittag an einem wunderbaren Aussichtspunkt und Toby konnte sich im Schmieden von Macheten versuchen.
Nach diesem Trip sagten wir Toraja Lebewohl. Nun ging es in einer 13 stündigen Busfahrt nach Tentena, von dort aus per Auto nach Ampana, wo wir uns heute befinden. Und von hier aus verabschieden wir uns auf die Togian Islands. Wir legen eine Blog-Zwangspause ein und melden uns in geschätzten zwei Wochen wieder. Bis dahin: Haltet die Ohren steif!



































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