Montag, 29. April 2013

Im Paradies angekommen


Hellblaues klares Wasser, Schwärme von tanzenden Fischen, kleine Inseln, nicht grösser als ein Gartenhaus, grosse Inseln, die sich hintereinander aufreihen und weisse Sandstrände mit Kokospalmen. Willkommen auf den Togian-Islands.
Mit einer vollgepackten Fähre schipperten wir von Ampana übers Meer in Richtung Poyalisa. Nach drei Stunden Sonne tanken auf Deck erreichten wir die winzig kleine Insel (Die Insel hätte man in geschätzten zehn Minuten umlaufen können, hätte man sie denn umlaufen können) mit ihren zehn Bungalows mit Blick auf den strahlend weissen Strand, Hängematten zwischen den Palmen und einem kleinen Riff voller bunter Fische.
Doch vorerst konnten wir das Paradies noch nicht geniessen. Uns wurde gesagt, die Insel sei womöglich fast vollständig ausgebucht. Darum sprangen Nancy, eine Niederländerin, die mit ihrem Mann Peter unterwegs war (wir lernten die beiden bereits auf unserer Busfahrt nach Tentena kennen) und ich wie Weltmeister aus der Fähre und sicherten uns gleich zwei Bungalows nebeneinander. Wir waren Stolz wie Bolle und teilten Freudensprünge und Hig- Fives. Später merkten wir dann, dass kein einziges Bungalow besetzt war als wir ankamen. Unsere Wahl war allerdings ausgezeichnet. Von unserer Terrasse aus hatten wir den Blick auf den Strand (oder besser gesagt, unser Bungalow stand direkt am Strand), es gab zwei grosse Doppelbetten mit Moskitonetz und ein eigenes Mandy (was ganz schön ungewohnt aber irgendwie total cool und passend war).
Poyalisa wird von einer sehr netten Familie unterhalten und organisiert Schnorcheltrips in die umliegenden Riffe. Captain Bagus, wie wir ihn nannten (Bagus ist das indonesische Wort für „nice“), führte die Touren, bzw. tuckerte uns mit dem Boot zu den besten Plätzen, um die Unterwasserwelt in seiner ganzen Pracht zu betrachten. Tausende von bunt schimmernden Fischen und ein Teppich aus Korallen und Anemonen eröffneten einen Blick in eine andere Welt. Nur nicht für mich, denn ich kämpfte mit meiner geborgten Ausrüstung, spuckte und schluckte Unmengen von Wasser und gurgelte frischfröhlich vor mich hin, während Toby staunend hierhin und dorthin zeigte. Ich erkannte nichts ausser dem Nebelfilm auf meiner Taucherbrille und dem Wasser darin.
Auch besuchten wir mit Captain Bagus eine „Stadt“ der Bajo. Die Bajo sind ein altes Volk, das ursprünglich ausschliesslich auf ihren Booten und vom Fischfang lebte. Seit nicht allzu langer Zeit haben sie sich allerdings in kleinen einfachen Holzhütten am Meer niedergelassen, die aus einigen Holzbrettern zusammengeschustert sind. Auch heute leben sie noch fast ausschliesslich vom Fischfang. Wir durften eine solche Bajovillage besuchen, was zuerst für beide Seiten etwas befremdlich war. Sie standen da, wir dort und alle musterten sich gegenseitig. Wir wussten nicht ob wir dort frei herumgehen durften, da wir einfach dort anhielten und zuerst noch nicht mal wussten ob wir aussteigen durften. Trotzdem wärmte sich die Stimmung nach einer Weile auf und wir folgten den Bajokindern zu ihrem Schulhaus. Auf dem Platz davor begannen sie Fussball zu spielen und da machten wir gleich mit!
Am Tag darauf gab es ein riesiges Festmahl, denn wir besorgten Lobster und andere Urzeitgetieren, die die Bajos verkaufen. Am Tag zuvor konnten wir keine mitnehmen, da niemand von uns Geld bei sich hatte, doch einige beschlossen nochmals zurück zu gehen und welchen zu kaufen. Da schlossen wir uns gleich an. Nachdem die Kiste, vollgefüllt mit bunten Tierchen ankam, schlichen sich Gaelle und Mathieu, ein Paar aus Frankreich, die uns noch bis zum Ende unseres Inseltrips begleiteten, Toby und ich in die Küche und schauten La Mama zu, wie sie die Lobster einen nach dem anderen in einen grossen Topf mit Wasser legte, der über einem Holzofenfeuer ragte. Das Essen war ausgezeichnet und wir hatten unglaublich viel Spass beim Essen.  Allgemein war das Essen auf Poyalisa ein echter Gaumenschmaus, wie wir ihn danach auf den Inseln nicht mehr wieder fanden.










































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