Hellblaues klares Wasser, Schwärme von tanzenden Fischen,
kleine Inseln, nicht grösser als ein Gartenhaus, grosse Inseln, die sich
hintereinander aufreihen und weisse Sandstrände mit Kokospalmen. Willkommen auf
den Togian-Islands.
Mit einer vollgepackten Fähre schipperten wir von Ampana
übers Meer in Richtung Poyalisa. Nach drei Stunden Sonne tanken auf Deck
erreichten wir die winzig kleine Insel (Die Insel hätte man in geschätzten zehn
Minuten umlaufen können, hätte man sie denn umlaufen können) mit ihren zehn
Bungalows mit Blick auf den strahlend weissen Strand, Hängematten zwischen den
Palmen und einem kleinen Riff voller bunter Fische.
Doch vorerst konnten wir das Paradies noch nicht geniessen.
Uns wurde gesagt, die Insel sei womöglich fast vollständig ausgebucht. Darum
sprangen Nancy, eine Niederländerin, die mit ihrem Mann Peter unterwegs war (wir
lernten die beiden bereits auf unserer Busfahrt nach Tentena kennen) und ich
wie Weltmeister aus der Fähre und sicherten uns gleich zwei Bungalows
nebeneinander. Wir waren Stolz wie Bolle und teilten Freudensprünge und Hig-
Fives. Später merkten wir dann, dass kein einziges Bungalow besetzt war als wir
ankamen. Unsere Wahl war allerdings ausgezeichnet. Von unserer Terrasse aus
hatten wir den Blick auf den Strand (oder besser gesagt, unser Bungalow stand
direkt am Strand), es gab zwei grosse Doppelbetten mit Moskitonetz und ein
eigenes Mandy (was ganz schön ungewohnt aber irgendwie total cool und passend
war).
Poyalisa wird von einer sehr netten Familie unterhalten und
organisiert Schnorcheltrips in die umliegenden Riffe. Captain Bagus, wie wir
ihn nannten (Bagus ist das indonesische Wort für „nice“), führte die Touren,
bzw. tuckerte uns mit dem Boot zu den besten Plätzen, um die Unterwasserwelt in
seiner ganzen Pracht zu betrachten. Tausende von bunt schimmernden Fischen und
ein Teppich aus Korallen und Anemonen eröffneten einen Blick in eine andere
Welt. Nur nicht für mich, denn ich kämpfte mit meiner geborgten Ausrüstung,
spuckte und schluckte Unmengen von Wasser und gurgelte frischfröhlich vor mich
hin, während Toby staunend hierhin und dorthin zeigte. Ich erkannte nichts
ausser dem Nebelfilm auf meiner Taucherbrille und dem Wasser darin.
Auch besuchten wir mit Captain Bagus eine „Stadt“ der Bajo.
Die Bajo sind ein altes Volk, das ursprünglich ausschliesslich auf ihren Booten
und vom Fischfang lebte. Seit nicht allzu langer Zeit haben sie sich allerdings
in kleinen einfachen Holzhütten am Meer niedergelassen, die aus einigen
Holzbrettern zusammengeschustert sind. Auch heute leben sie noch fast
ausschliesslich vom Fischfang. Wir durften eine solche Bajovillage besuchen,
was zuerst für beide Seiten etwas befremdlich war. Sie standen da, wir dort und
alle musterten sich gegenseitig. Wir wussten nicht ob wir dort frei herumgehen
durften, da wir einfach dort anhielten und zuerst noch nicht mal wussten ob wir
aussteigen durften. Trotzdem wärmte sich die Stimmung nach einer Weile auf und
wir folgten den Bajokindern zu ihrem Schulhaus. Auf dem Platz davor begannen
sie Fussball zu spielen und da machten wir gleich mit!
Am Tag darauf gab es ein riesiges Festmahl, denn wir
besorgten Lobster und andere Urzeitgetieren, die die Bajos verkaufen. Am Tag
zuvor konnten wir keine mitnehmen, da niemand von uns Geld bei sich hatte, doch
einige beschlossen nochmals zurück zu gehen und welchen zu kaufen. Da schlossen
wir uns gleich an. Nachdem die Kiste, vollgefüllt mit bunten Tierchen ankam,
schlichen sich Gaelle und Mathieu, ein Paar aus Frankreich, die uns noch bis
zum Ende unseres Inseltrips begleiteten, Toby und ich in die Küche und schauten
La Mama zu, wie sie die Lobster einen nach dem anderen in einen grossen Topf
mit Wasser legte, der über einem Holzofenfeuer ragte. Das Essen war
ausgezeichnet und wir hatten unglaublich viel Spass beim Essen. Allgemein war das Essen auf Poyalisa ein
echter Gaumenschmaus, wie wir ihn danach auf den Inseln nicht mehr wieder
fanden.
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