Unser
Aufenthalt in Gorontalo war kurz aber eindrücklich. Wir besuchten den Markt,
plauderten mit den Einheimischen und verloren bei einer Partie Schach, während
zwei Dutzend Augenpaare auf das Geschehen gerichtet waren. Aber wie gesagt,
unser Aufenthalt war leider kurz und wir wollten/mussten weiter nach Manado.
Also stiegen wir um acht Uhr morgens wieder in ein Shared Taxi mit Robert und
zwei einheimischen Mitreisenden. Die Odyssee begann… Nach knapp einer Stunde
Fahrt begann der nicht enden wollende Marathon. Das Auto begann zu schütteln
und zu rütteln. Tuck, tuck, tuck… das Auto blieb stehen. Nach einem Blick unter
die Motorhaube stieg unser Fahrer wieder ein und wir fuhren weiter. Bis zu
einer Polizeistation. Tuck, tuck, tuck… das Auto blieb stehen. Hier sassen wir
nun etwas mehr als eine Stunde, unter dem Vordach eines fremden Hauses. Die
Bewohner schauten nicht schlecht, als sich dort fünf fremde Leute
niederliessen, davon drei Westliche! Nachdem wir allerdings freundlich in
Indonesisch grüssten, war alles in Ordnung und so blieben wir dort sitzen, bis
wir einen weiteren Versuch starteten. Alle quetschten sich zurück ins Auto,
voller Hoffnung aber mit wenig Glauben daran, dass es dieses Mal klappen würde.
Fünf Minuten später… tuck, tuck, tuck… das Auto blieb stehen. Direkt vor einem
Warung (ein kleines Restaurant). Hier blieben wir also nochmals eine Weile und
assen leckeren Fisch. Nach dieser Stärkung waren wir wieder vollen Mutes und
stiegen ins Auto. Tuck, tuck, tuck… Wie die weitere Fahrt verlief muss ich
nicht weiter beschreiben. Als dann das Auto ganz den Geist aufgab und unsere
beiden einheimischen Mitreisenden der Verzweiflung nahe waren, organisierte der
Fahrer endlich ein neues Auto, dass uns schliesslich bis nach Manado fuhr. Als
wir ankamen war 22 Uhr (eigentliche Ankunftszeit: 17:00-18:00 Uhr) und alle
Warungs waren zu. Nur der kleine Warung gleich gegenüber, der gerade am
Schliessen war, als wir ankamen, bereitete uns noch etwas zu: Soup to go in
Plastiktüten.
Am nächsten Tag ging es dann schon wieder weiter. Der Tangkokonationalpark stand noch auf unserer To-Do-Liste. Zuerst hüpften wir in ein Bemo, dann in
einen lokalen Bus, dann wieder in ein Bemo und schlussendlich in ein Shared
Taxi. Ganz einfach! Wir wurden vor einem Hotel abgesetzt, das uns zu teuer war,
also suchten wir erst mal weiter. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass
die Unterkünfte einfach alle teuer sind und am Preis auch wahrlich wenig zu
machen ist. Viele Touristen hat es hierher verschlagen, obwohl es nicht Saison
ist, also können sie sich die hohen Preise leisten. Wir blieben in einem Home
Stay und verbrachten den regnerischen Nachmittag mit Schlafen, Lesen, Schreiben
und mit Spielen. Im Home Stay wohnten Kinder der Besitzer, die sich gerne mit
den Touristen beschäftigen. Dann ging es früh ins Bett, denn am nächsten Morgen
hiess es um vier Uhr aufstehen. Wir hatten uns für eine Führung durch den
Nationalpark angemeldet. Wir fuhren auf der Ladefläche eines Autos ein Stück
durch den Nationalpark. Plötzlich stoppte das Auto und wir hörten „Tarantula!
Tarantula!“. Aber schon war die Spinne in einem Loch im Baum verschwunden und
wir sahen nur noch ihre Augen. Ein Stück ging es dann noch, bis wir zu Fuss
weiter gingen. Unser erstes Ziel war der Schlafbaum der Tarsiere, die kleinsten
Äffchen, nicht grösser als eine ausgestreckte Hand , graubraun mit riesigen
Kulleraugen. Es dauerte auch nicht lange, da hüpften die Ersten auch schon
heran. Die einen hüpften von Baum zu Baum während ein anderes über den Boden
hüpfte, wie ein kleines Känguru. Dann hockten sie auf ihrem Schlafbaum und
warteten auf den Rest ihrer Familie. Irgendwann wurde laut nach ihnen gerufen,
denn scheinbar fehlten eines oder mehrere der Tiere noch (was aber bei dem
Auflauf vor dem Baum kaum verwunderlich ist). Darum zogen wir uns zurück und
machten uns auf die Suche nach anderen Dschungeltierchen. Als erstes fanden wir
einen Hornbill (Nashornvogel) , weit oben in den Baumkronen und später fanden
wir noch einen weiteren nur wenige Schritte von uns entfernt auf einem Ast
hocken.
Die Suche nach Kuskus, koalabärähnlichen Tieren mit
Bauchbeutel, blieb vergebens, doch stattdessen fanden wir eine riesige Herde
schwarzer Makaken. Die Herde bestand aus 60-90 Tieren und war überhaupt nicht
scheu. Sie blieben zwar in Abstand zu uns, doch kümmerten wir sie auch nicht
weiter. Wir folgten ihnen eine Weile, bis sie in den Dschungel verschwanden.
Zwischenzeitlich war es auch schon halb Elf und unsere Mägen knurrten nicht
schlecht, also machten wir uns auf den Rückweg zum Home Stay und schaufelten
dort eine Portion Nasi Goreng in uns hinein, bevor wir ins Bett kippten und uns
unserer Erschöpfung ergaben.
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