Mittwoch, 8. Mai 2013

Dschungel ahoi!

Unser Aufenthalt in Gorontalo war kurz aber eindrücklich. Wir besuchten den Markt, plauderten mit den Einheimischen und verloren bei einer Partie Schach, während zwei Dutzend Augenpaare auf das Geschehen gerichtet waren. Aber wie gesagt, unser Aufenthalt war leider kurz und wir wollten/mussten weiter nach Manado. Also stiegen wir um acht Uhr morgens wieder in ein Shared Taxi mit Robert und zwei einheimischen Mitreisenden. Die Odyssee begann… Nach knapp einer Stunde Fahrt begann der nicht enden wollende Marathon. Das Auto begann zu schütteln und zu rütteln. Tuck, tuck, tuck… das Auto blieb stehen. Nach einem Blick unter die Motorhaube stieg unser Fahrer wieder ein und wir fuhren weiter. Bis zu einer Polizeistation. Tuck, tuck, tuck… das Auto blieb stehen. Hier sassen wir nun etwas mehr als eine Stunde, unter dem Vordach eines fremden Hauses. Die Bewohner schauten nicht schlecht, als sich dort fünf fremde Leute niederliessen, davon drei Westliche! Nachdem wir allerdings freundlich in Indonesisch grüssten, war alles in Ordnung und so blieben wir dort sitzen, bis wir einen weiteren Versuch starteten. Alle quetschten sich zurück ins Auto, voller Hoffnung aber mit wenig Glauben daran, dass es dieses Mal klappen würde. Fünf Minuten später… tuck, tuck, tuck… das Auto blieb stehen. Direkt vor einem Warung (ein kleines Restaurant). Hier blieben wir also nochmals eine Weile und assen leckeren Fisch. Nach dieser Stärkung waren wir wieder vollen Mutes und stiegen ins Auto. Tuck, tuck, tuck… Wie die weitere Fahrt verlief muss ich nicht weiter beschreiben. Als dann das Auto ganz den Geist aufgab und unsere beiden einheimischen Mitreisenden der Verzweiflung nahe waren, organisierte der Fahrer endlich ein neues Auto, dass uns schliesslich bis nach Manado fuhr. Als wir ankamen war 22 Uhr (eigentliche Ankunftszeit: 17:00-18:00 Uhr) und alle Warungs waren zu. Nur der kleine Warung gleich gegenüber, der gerade am Schliessen war, als wir ankamen, bereitete uns noch etwas zu: Soup to go in Plastiktüten.


Am nächsten Tag ging es dann schon wieder weiter. Der Tangkokonationalpark stand noch auf unserer To-Do-Liste. Zuerst hüpften wir in ein Bemo, dann in einen lokalen Bus, dann wieder in ein Bemo und schlussendlich in ein Shared Taxi. Ganz einfach! Wir wurden vor einem Hotel abgesetzt, das uns zu teuer war, also suchten wir erst mal weiter. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass die Unterkünfte einfach alle teuer sind und am Preis auch wahrlich wenig zu machen ist. Viele Touristen hat es hierher verschlagen, obwohl es nicht Saison ist, also können sie sich die hohen Preise leisten. Wir blieben in einem Home Stay und verbrachten den regnerischen Nachmittag mit Schlafen, Lesen, Schreiben und mit Spielen. Im Home Stay wohnten Kinder der Besitzer, die sich gerne mit den Touristen beschäftigen. Dann ging es früh ins Bett, denn am nächsten Morgen hiess es um vier Uhr aufstehen. Wir hatten uns für eine Führung durch den Nationalpark angemeldet. Wir fuhren auf der Ladefläche eines Autos ein Stück durch den Nationalpark. Plötzlich stoppte das Auto und wir hörten „Tarantula! Tarantula!“. Aber schon war die Spinne in einem Loch im Baum verschwunden und wir sahen nur noch ihre Augen. Ein Stück ging es dann noch, bis wir zu Fuss weiter gingen. Unser erstes Ziel war der Schlafbaum der Tarsiere, die kleinsten Äffchen, nicht grösser als eine ausgestreckte Hand , graubraun mit riesigen Kulleraugen. Es dauerte auch nicht lange, da hüpften die Ersten auch schon heran. Die einen hüpften von Baum zu Baum während ein anderes über den Boden hüpfte, wie ein kleines Känguru. Dann hockten sie auf ihrem Schlafbaum und warteten auf den Rest ihrer Familie. Irgendwann wurde laut nach ihnen gerufen, denn scheinbar fehlten eines oder mehrere der Tiere noch (was aber bei dem Auflauf vor dem Baum kaum verwunderlich ist). Darum zogen wir uns zurück und machten uns auf die Suche nach anderen Dschungeltierchen. Als erstes fanden wir einen Hornbill (Nashornvogel) , weit oben in den Baumkronen und später fanden wir noch einen weiteren nur wenige Schritte von uns entfernt auf einem Ast hocken.
Die Suche nach Kuskus, koalabärähnlichen Tieren mit Bauchbeutel, blieb vergebens, doch stattdessen fanden wir eine riesige Herde schwarzer Makaken. Die Herde bestand aus 60-90 Tieren und war überhaupt nicht scheu. Sie blieben zwar in Abstand zu uns, doch kümmerten wir sie auch nicht weiter. Wir folgten ihnen eine Weile, bis sie in den Dschungel verschwanden. Zwischenzeitlich war es auch schon halb Elf und unsere Mägen knurrten nicht schlecht, also machten wir uns auf den Rückweg zum Home Stay und schaufelten dort eine Portion Nasi Goreng in uns hinein, bevor wir ins Bett kippten und uns unserer Erschöpfung ergaben.































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