Mittwoch, 8. Mai 2013

Letzte Eindrücke


Wir verliessen den Nationalpark am nächsten Morgen nach Manado zurück, denn unser Boot auf Bunaken, eine weitere Insel, fuhr um zwei Uhr nachmittags los. Nachdem wir für den Hinweg geschlagene vier Stunden unterwegs waren, rechneten wir genug Zeit ein. Unsere Rechnung ging aber zu gut auf. Um zehn Uhr standen wir mit Sack und Pack am Hafen. Da wir aber schon etwas Erfahrung im Bootfahren von den Togians mitbrachten, wussten wir, dass wir nur einige andere Touristen finden mussten, die auch auf Bunaken wollten, um ein Boot chartern zu können. Und schon standen da zwei Niederländer, die gerne Zeit sparten und zum Mittagessen in Lorenzos Ressort eintreffen wollten. Nach vergebenem Handeln um den Preis sassen wir auf unserem roten Flitzer, der uns direkt vor Lorenzos bringen sollte. Sollte… Aber wir landeten in einem anderen Ressort, nach Angaben des Bootfahrers nur fünf Minuten Fussmarsch von unserem Ziel entfernt. Nach einer gefühlten Ewigkeit durch die Mittagssonne stapfen erreichten wir dann aber doch noch unser Ziel, genau zum Mittagessen! Das nennt man Timing!
Lorenzos lag direkt am Strand, wobei Strand das falsche Wort ist. Um hinaus zu schwimmen, musste man sich zuerst einen Weg durch die Mangroven suchen. Aber es sah wirklich toll aus, vor allem bei Flut. Die Bungalows lassen sich mit den Togians vergleichen und die Leute die dort arbeiten, sind wirklich sehr freundlich und spielen gerne abends auf selbstgebastelten Ukulelen, einem einsaitigen Kontrabass, einem Schlagzeug und Gitarren ein Liedchen oder zwei. SUPER! Stimmung pur!
Bunaken : die Insel ist ein beliebtes Ziel für Taucher, warum es auch Tauchressort an Tauchshop gibt und natürlich auch viele Touristen. Sie ist rundum voll bebaut und die Inselidylle geht dabei etwas verloren. Ob hier geschnorchelt werden will ist jedem selbst überlassen. Toby lässt sich ja von nichts aufhalten und erkundete gleich das Treiben Unterwasser. Neben Korallen und Fischen tummelten sich auch bunte Plastiktüten und Babywindeln. Der ganze Müll von Manado, der achtlos ins Meer geworfen wird, schwemmt die starke Strömung nach Bunaken, gleich vor die Haustüre eines jeden Ressorts. Schade. Hier weiss man allerdings auch nicht recht, was man mit dem Schwemmgut anfangen soll. Es wird feinsäuberlich vom Strand gekehrt. Dorthin, von wo es kam – zurück ins Meer.
Nach zwei Nächten auf Bunaken war dann für uns Schluss mit Inseln, wir mussten zurück aufs Festland und auch Robert, unser australischer Freund, der uns schon eine Weile begleitete, schloss sich uns an. Unser Zeitplan wurde immer enger und wir wollten schliesslich noch Manado erkunden. Und das taten wir dann auch. Wir suchten unseren Weg durch die Stadt und wurden überall freundlich gegrüsst. Wir erreichten eine Mall und dort wollten wir eigentlich einige Dinge finden, fanden aber nichts, denn wir waren überfordert von den vielen Läden, einer lauter als der andere.
Am Abend besuchten wir den Markt. Robert erfuhr von einem anderen Reisenden, dass es dort scheinbar Black Marlin Steaks gibt. Wir liefen über den Markt und wurden noch mehr von den Leuten bestaunt, wie bei Tage. Eine Meute Kinder hängte sich an unsere Fersen und wir versuchten mit unserem kleinen Indonesischwortschatz Kommunikation zu führen. Wir lernten auch gleich einige neue Wörter dazu und die Kinder kicherten bei unseren Versuchen vor sich hin. Black Marlin Steaks fanden wir zwar keine, doch fanden wir einige, die uns ein Möchtegern-Black-Marlin-Steak verkaufen wollten. Wir liessen uns aber nicht über den Tisch ziehen und gingen dann zurück zum Warung, in dem wir bei unserer ersten Ankunft in Manado die Plastiktütensuppe bekamen.
An unserem letzten Tag vor unserer Heimreise wollten wir nochmals auf den Markt und diesen bei Sonnenlicht bestaunen. Und staunen konnten wir nicht schlecht. Am Tag war der Markt noch riesiger als am Abend und am Abend war er schon gross! Jetzt fand sich Stand an Stand, Händler an Händlerin und alle wollten uns ihren Fisch, ihre Hühnchen, ihr Gemüse und noch mehr verkaufen. Die Farben und Düfte waren überwältigend. Überall gab es etwas zu sehen und zu entdecken. Manches schön oder lecker, anderes eher bizarr und für unseren Geschmack nicht geschaffen. Wir schlenderten durch den Fischmarkt, der übervoll mit allen möglichen Fischen war. Black Marlin fanden wir auch heute nicht aber wir kauften einen geräucherten Fisch am Spiess, den wir zum Mittagessen haben wollten. In einem besonderen Ecken gab es auch Hund zu kaufen… am Stück oder in Stücken. Hier in Sulawesi eine Delikatesse. Ich konnte da aber nicht wirklich hin sehen und war froh als wir unseren Weg fortsetzten. Durch die Gemüse- und später auch Kleiderstände.
Uns ergriff aber irgendwann der Hunger und wir hatten ja unseren Fisch, den wir mit uns herum trugen. Wir brachten den Fisch in unser Stammwarung und baten darum, den Fisch für in Stücke zu schneiden und mit etwas Reis und Sambal zu servieren. Kein Problem, allerdings waren sie schockiert, als wir sagten, sie müssen den Fisch nicht braten, nur in Stücke schneiden. Geräuchert ist hier eben nicht wie in der Schweiz geräuchert, das erfuhren wir dann. Ein Glück wollten wir ein ganzes Essen und nicht nur Räucherfisch am Spiess. Der Fisch war ganz lecker. Fisch eben. Langsam hatten wir aber alle genug von Fisch. Darum gab es dann zum Abendessen auch richtig scharfes mariniertes Hühnchen, dem man schon an der Farbe ablesen konnte, dass es richtig scharf ist. Und unglaublich lecker war das noch dazu! Dazu gab es eine Soupe to Stay, die allerdings genauso lecker war wie die Soupe to Go (einfach nur halb so spektakulär).
Und dann hiess es früh schlafen. Um vier Uhr läutete unser Wecker und unser Taxi holte uns um halb Fünf ab. Auch Robert stand schon bereit. Wie es der Zufall so wollte, hatte er einen Flug nach Denpasar, nur eine halbe Stunde später als unser Flug nach Jakarta. So konnten wir noch ein Taxi teilen und am Flughafen einen Kaffee trinken, bevor wir uns von einer letzten tollen Bekanntschaft verabschieden mussten.
Und nun sitzen wir hier in Jakarta und warten auf unseren Flug über Dubai nach Hause. Unser Flug geht um halb ein Uhr morgens, also noch einige Stunden totzuschlagen. Tobys Verhandlungsvermögen verdanken wir einen exklusiven Platz in einer Lounge mit Internet, zwei bequemen Sofas für uns und einem breiten All-you-can-stopf-Angebot. Es hätte uns schlechter treffen können. ;)















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