Nachdem wir einige Tage auf Tomken verbrachten (für mich
definitiv einige Tage zu viel), schlossen wir uns den Franzosen an und fuhren
mit der Fähre nach Malenge II und suchten nach einer Möglichkeit zu den Losman
Lestari Cottages zu kommen. Nach einer Stunde oder so ähnlich fanden wir auch
ein Boot, das uns dorthin bringen konnte. Es war nach sechs Uhr abends und die
Sonne war vor über einer Stunde unter gegangen, also war es dementsprechend
dunkel. Wir luden unser Boot trotzdem mit dem Gepäck voll und wollten soeben
selbst ins Boot steigen, als es zu regnen begann. Langsam beschlich uns ein
ungutes Gefühl. Das „Boot“ war nicht mehr als ein Kanu mit Motor und darin
wollte das Gepäck von fünf Personen und sieben Leute durch die stürmische Nacht
tuckern, wenn auch nur für 20 Minuten. Eine Stunde später sassen wir im Losman
Lestari und assen gemütlich ein einfaches Abendessen. Allerdings in Malenge II
und nicht in den Cottages.
Am nächsten Morgen, nach einem kleinen Frühstück, fuhren wir
dann bei Tageslicht und ruhiger See zu unserem Ziel. Losman Lestari liegt in
einer kleinen Bucht, die sie Blue Lagune nennen. Auf der anderen Seite befanden
sich die Bungalows, der Strand und ein Steg, von dem man ins Wasser hüpfen
konnte, was wir auch gleich ausprobierten. Gleich gegenüber unseres Resorts
befand sich eine Bajoinsel, die mit einem 2 Kilometer langen Steg mit einer
anderen Insel verbunden ist, auf der sich eine Schule befindet. Jeden Morgen
und Nachmittag sieht man eine riesen Schlange von Kindern darüber pilgern, ein
fantastischer Anblick! Wir paddelten mit dem Kanu herüber, um den Steg zu
untersuchen und die Bajovillage zu besuchen. Der Steg sah von weitem ganz
stabil aus, was er auch war, allerdings bestand er aus einfachen
Holzscheiten, in verschiedenen Abständen
zueinander befestigt, krumm und gerade,
alt und neu. Als wir im Dorf ankamen wurden wir von allen Seiten begrüsst und
neugierig beobachtet. Wir kletterten auf den höchsten Punkt und genossen die
fabelhafte Aussicht über das Dorf und den Steg, das Meer und die Inseln.
Auch von hier aus konnte man auf Schnorcheltouren gehen.
Riff No. 5 war super, weshalb wir auch zweimal dorthin gingen. Abgesehen von
den fabelhaften Korallenriffen, die sich hier wie noch nie zuvor gesehen (lag
evt. auch an dem Schnorchel-Equipment von Toby) farbenprächtig und riesig
präsentierten, gab es auch kleine Haie und Calamari zu bestaunen. Calamari gab
es dann übrigens auch zum Abendessen. Bei unserem zweiten Ausflug zum Riff
nahmen wir unsere selbstgebastelten Angelruten, die aus einem Stück Holz und
darauf aufgewickelter Schnur mit Hacken bestanden, mit und warfen sie gleich
aus… Zack! Schon war der erste Fisch an der Angel! Nicht nur einfache Fische
angelten wir, nein, Toby hatte auch gleich einen Hai an der Angel! Kurz ein
Beweisfoto geschossen und schon landete er wieder im Meer. Die restlichen
Fische landeten allerdings im Kochtopf und wurden am Abend verspeist.
Den Nachmittag verbrachten wir an einem einsamen Strand.
Nach dem Verzehr des mitgebrachten Essens, ging es für Toby und mich auf eine
kleine Erkundungstour. Der Strand war allerdings so klein, dass diese nicht
lange dauerte und schon waren wir wieder zurück. Genau zum richtigen Zeitpunkt,
denn der Sohn des Captains hatte gerade Kokosnüsse gesammelt und nun spaltete
er eine nach der anderen. Den jungen Kokosnüssen schlug er einfach den oberen
Teil ab, sodass wir die Milch trinken konnten, die alten schälte er mit geschickten
Fingern und Machetenhieben, bis nur noch das Fleisch übrig war. Yummie, das war
echt lecker. Schlussendlich waren wir alle total vollgefressen und wir
schleppten uns aufs Boot zurück.
Der letzte Tag ging um wie im Flug und dann
hiess es Abschied nehmen von den Togians. Mit einem Boot fuhren wir um halb
fünf los, luden die Franzosen in einem anderen Ressort ab. Hier verabschiedeten
wir uns schweren Herzens von Gaelle, Mathieu, Yolande und Max und tuckerten
dann dem Sonnenaufgang entgegen. In Dolong wurden wir abgesetzt und hüpften in
die Fähre nach Marisa. Hier trafen wir auf andere Reisende und auch auf Robert,
einen Australier den wir auf den Togians kennenlernten. Alle zusammen nahmen
wir uns dann ein Shared Taxi und fuhren in einer fünfstündigen Fahrt nach
Gorontalo.
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