Hui, da ist ganz schön viel Zeit vergangen und wir sind mit
unseren Reiseberichten doch ganz schön in Verzug geraten! Jetzt heisst es
Gedanken ordnen und fix einen (oder wahrscheinlich eher zwei) Beiträge
verfassen, damit du, geehrter Leser, wieder etwas Lesestoff vor die Linse
bekommst. Also dann, wir waren bei unserer Abreise von Adelaide…
Da wir von Adelaide wieder zurück in Richtung Sydney
mussten, stellte sich die Entscheidung, ob wir an der Küste entlang zurück
fahren sollten, oder durch das Landesinnere und die Blue Mountains. Schnell entschieden wir uns für den kürzeren
und neuen Weg durch die Berge. Kurz bevor
die Strasse in den blauen Eukalyptusdunst führte, hielten wir im
Informationszentrum an, um uns über die Wanderwege und die beste Route durch
die Berge (davon gab es lediglich zwei) kundig zu machen. Im I-Site begrüsste
uns eine ältere Dame und stellte sich uns sofort freundlich zur Auskunft zur
Verfügung. Wir erklärten unser Vorhaben: Durch die Blue Mountains, ein/zwei
kleine Wanderungen und eine Übernachtung. Sie hackte nach, also ob wir wandern
wollen. Klar wollten wir wandern und sie ging los um eine Karte zu besorgen und
begann eifrig uns einige Orte zu zeigen: „I can write some places down for
you!“ Und dann begann eine unendliche Geschichte von Orten, die allesamt fein
säuberlich aufgeschrieben werden wollten und natürlich stand auch immer
dahinter, was man dort so machen könne. „Here good Shops“, erklärte sie in
verbalen Wortketten, denn Touristen verstehen im Allgemeinen keine
zusammenhängenden Sätze. „Here also good Shops but here better… also nice
Coffee but here also Coffee” Hikingpläne
gab es nicht mehr auf Vorrat, also wurde unsere eigentliche Frage, wo man denn
wandern könne, einfach unter den Tisch gekehrt, wer will denn schon wandern?
„Here I-Max Cinema. Very intressting.“
Ich gab mir alle Mühe während dem netten Gespräch mit der freundlichen
Dame nicht laut los zu lachen und stupste Toby unauffällig an. Toby, wie immer,
total lässig, verzog keine Miene und nickte einfach nur.
Also blieben wir bei unserem eigentlichen Plan: einfach mal
drauf los! Und das war wohl die bessere Entscheidung, als das I-Max und die
Shops und better Shops abzuklappern, auch wenn das Wandern grösstenteils
ausblieb. Die Blue Mountains wurden
grösstenteils von Touristen aus aller Welt eingenommen. Wie wir schon
befürchtet hatten sind sie eine reine Touristenfalle! Die Landschaft ist schön und nur wenige
Stunden von Sydney entfernt, da ist ein Ausflug aus der Stadt naheliegen. Wer
nicht die Zeit hat, den Kontinent weiter zu erkunden, findet dort wohl etwas
Natur und ein Häppchen Australien. Reisebusse und Hop-on Hop-off Busse
belagerten die Lookouts und die Chinesen, Japaner, Deutschen und so weiter
drängten sich an die Brüstung, um ein Erinnerungsfoto zu schiessen. Wir gaben
auf, unser Glück hier zu suchen. Trotz allem müssen wir zugeben, dass die
Aussicht nicht schlecht ist. Man sieht auf die zugewachsenen Täler, durch die
sich Flüsse schlängeln. Die Natur breitet sich hier aus, wo immer sie ein
Plätzchen findet. Auch wir fanden ein Plätzchen zum Übernachten, ein
Campingplatz mitten im Busch (leider etwas sehr überfüllt aber an sich wirklich
super)
Wir verliessen die Blue Mountains nach zwei Tagen und fuhren
an Sydney vorbei, in Richtung Bayron Bay. Der Weg führte uns durchs grüne
Hinterland der Nordküste, wo sich Kängurus und Riesenechsen gute Nacht sagen.
Zunächst führte uns die Strasse nach Diamonds Head, das wir nach einer Nacht in
einem der zahllosen Nationalparks Australiens und einer holprigen Fahrt über
die Dirtroad, die sich wie ein langer
Schweizerkäse vor uns dahinzog. Wir hofften dort das Surfbrett aus der
Verbannung zurück zu holen, denn unser guter alter Reiseführer war der Meinung,
dort könne man gut Wellenreiten, was dann aber doch nicht der Fall war. Wir
fuhren also weiter durchs Hinterland und fanden einen kleinen Campingplatz weit
jeglicher Zivilisation entfernt. Dort trafen wir auf die Grey Nomads, wie sie
sich selbst stolz nennen. Ein Haufen Rentner, die sich mit ihrer Rente einen
Camper zugelegt haben und nun die Welt, bzw. Australien auf vier Rädern und mit
aller Zeit der Welt erkunden. Wir wurden kurzerhand eingeladen ein Schwätzchen
mit ihnen zu halten und ihren Toilettenweg, den sie sich zum Klohäuschen
angelegt haben, zu benutzen. Wir wurden Fans ihres Lebensstiels, der leicht und
unbekümmert in die Zukunft sieht. Hier eine Weile, dort eine Weile und dann
wohin sie der Wind weht, bevor sich die Enkelkinder ankündigen oder der Mumm
zum Entdecken und Reisen verloren geht. Irgendwann kommt die Zeit, da geht das
nicht mehr, also machen sie es jetzt.
Da wir leider nicht die Zeit hatten länger als eine Nacht zu
bleiben, liessen wir die Grey Nomads hinter uns und bahnten uns den Weg nach
Bayron Bay, der Surfstadt Nummer Eins! Aber der Weg dorthin nahm noch ein zwei
Tage in Anspruch, bevor die unzähligen Surfshops langsam am Strassenrand
auftauchten.
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