Montag, 18. März 2013

Auf in die Blue Mountains!


Hui, da ist ganz schön viel Zeit vergangen und wir sind mit unseren Reiseberichten doch ganz schön in Verzug geraten! Jetzt heisst es Gedanken ordnen und fix einen (oder wahrscheinlich eher zwei) Beiträge verfassen, damit du, geehrter Leser, wieder etwas Lesestoff vor die Linse bekommst. Also dann, wir waren bei unserer Abreise von Adelaide…
Da wir von Adelaide wieder zurück in Richtung Sydney mussten, stellte sich die Entscheidung, ob wir an der Küste entlang zurück fahren sollten, oder durch das Landesinnere und die Blue Mountains.  Schnell entschieden wir uns für den kürzeren und neuen Weg durch die Berge. Kurz bevor  die Strasse in den blauen Eukalyptusdunst führte, hielten wir im Informationszentrum an, um uns über die Wanderwege und die beste Route durch die Berge (davon gab es lediglich zwei) kundig zu machen. Im I-Site begrüsste uns eine ältere Dame und stellte sich uns sofort freundlich zur Auskunft zur Verfügung. Wir erklärten unser Vorhaben: Durch die Blue Mountains, ein/zwei kleine Wanderungen und eine Übernachtung. Sie hackte nach, also ob wir wandern wollen. Klar wollten wir wandern und sie ging los um eine Karte zu besorgen und begann eifrig uns einige Orte zu zeigen: „I can write some places down for you!“ Und dann begann eine unendliche Geschichte von Orten, die allesamt fein säuberlich aufgeschrieben werden wollten und natürlich stand auch immer dahinter, was man dort so machen könne. „Here good Shops“, erklärte sie in verbalen Wortketten, denn Touristen verstehen im Allgemeinen keine zusammenhängenden Sätze. „Here also good Shops but here better… also nice Coffee but here also  Coffee” Hikingpläne gab es nicht mehr auf Vorrat, also wurde unsere eigentliche Frage, wo man denn wandern könne, einfach unter den Tisch gekehrt, wer will denn schon wandern? „Here I-Max Cinema. Very intressting.“  Ich gab mir alle Mühe während dem netten Gespräch mit der freundlichen Dame nicht laut los zu lachen und stupste Toby unauffällig an. Toby, wie immer, total lässig, verzog keine Miene und nickte einfach nur.
Also blieben wir bei unserem eigentlichen Plan: einfach mal drauf los! Und das war wohl die bessere Entscheidung, als das I-Max und die Shops und better Shops abzuklappern, auch wenn das Wandern grösstenteils ausblieb.  Die Blue Mountains wurden grösstenteils von Touristen aus aller Welt eingenommen. Wie wir schon befürchtet hatten sind sie eine reine Touristenfalle!  Die Landschaft ist schön und nur wenige Stunden von Sydney entfernt, da ist ein Ausflug aus der Stadt naheliegen. Wer nicht die Zeit hat, den Kontinent weiter zu erkunden, findet dort wohl etwas Natur und ein Häppchen Australien. Reisebusse und Hop-on Hop-off Busse belagerten die Lookouts und die Chinesen, Japaner, Deutschen und so weiter drängten sich an die Brüstung, um ein Erinnerungsfoto zu schiessen. Wir gaben auf, unser Glück hier zu suchen. Trotz allem müssen wir zugeben, dass die Aussicht nicht schlecht ist. Man sieht auf die zugewachsenen Täler, durch die sich Flüsse schlängeln. Die Natur breitet sich hier aus, wo immer sie ein Plätzchen findet. Auch wir fanden ein Plätzchen zum Übernachten, ein Campingplatz mitten im Busch (leider etwas sehr überfüllt aber an sich wirklich super)
Wir verliessen die Blue Mountains nach zwei Tagen und fuhren an Sydney vorbei, in Richtung Bayron Bay. Der Weg führte uns durchs grüne Hinterland der Nordküste, wo sich Kängurus und Riesenechsen gute Nacht sagen. Zunächst führte uns die Strasse nach Diamonds Head, das wir nach einer Nacht in einem der zahllosen Nationalparks Australiens und einer holprigen Fahrt über die  Dirtroad, die sich wie ein langer Schweizerkäse vor uns dahinzog. Wir hofften dort das Surfbrett aus der Verbannung zurück zu holen, denn unser guter alter Reiseführer war der Meinung, dort könne man gut Wellenreiten, was dann aber doch nicht der Fall war. Wir fuhren also weiter durchs Hinterland und fanden einen kleinen Campingplatz weit jeglicher Zivilisation entfernt. Dort trafen wir auf die Grey Nomads, wie sie sich selbst stolz nennen. Ein Haufen Rentner, die sich mit ihrer Rente einen Camper zugelegt haben und nun die Welt, bzw. Australien auf vier Rädern und mit aller Zeit der Welt erkunden. Wir wurden kurzerhand eingeladen ein Schwätzchen mit ihnen zu halten und ihren Toilettenweg, den sie sich zum Klohäuschen angelegt haben, zu benutzen. Wir wurden Fans ihres Lebensstiels, der leicht und unbekümmert in die Zukunft sieht. Hier eine Weile, dort eine Weile und dann wohin sie der Wind weht, bevor sich die Enkelkinder ankündigen oder der Mumm zum Entdecken und Reisen verloren geht. Irgendwann kommt die Zeit, da geht das nicht mehr, also machen sie es jetzt.
Da wir leider nicht die Zeit hatten länger als eine Nacht zu bleiben, liessen wir die Grey Nomads hinter uns und bahnten uns den Weg nach Bayron Bay, der Surfstadt Nummer Eins! Aber der Weg dorthin nahm noch ein zwei Tage in Anspruch, bevor die unzähligen Surfshops langsam am Strassenrand auftauchten.

    
























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