Der Rückweg von Bayron Bay nach Sydney gestaltete sich
relativ unspektakulär. Wir suchten noch einige Strände auf, um das Surfbrett
noch richtig auszunutzen, fanden jedoch keine gute Welle. Ausserdem suchten wir
ein Restaurant, das australische Gerichte servierte, denn wir wollten unbedingt
Känguru probieren. Wir waren da nicht so hartgesotten wie einige Australier,
die das Roadkill von der Strasse lesen, falls das Fleisch, das da herumliegt
noch relativ frisch aussieht. Gefunden haben wir dann das Yanning Tree in
Nambucca Head, auf dessen Speisekarte Känguru an einer Jus Chocolat servierte.
Ausserdem bestellten wir das Crocodile Cappaccio. Wenn schon, denn schon! Da
wir den ganzen Tag auf unser Festmahl am Abend hinblickten und darum sehr
bescheiden in unserer Nahrungsaufnahme waren, hatten wir ganz schön Hunger als
wir im Restaurant ankamen. Wir wussten natürlich schon im Voraus was wir bestellen
wollten und so dauerte es auch nicht lange, da hatten wir beide Platten vor
uns. Da merkten wir, in was für einem exquisiten Laden wir gelandet sind,
dementsprechend klein waren di e Portionen, dafür war das Essen aber auch total
lecker. Vor allem das Känguru war der absolute Hit. Das Fleisch war zart wie
Butter! Das Krokodil war auch nicht zu verachten, nur das drum herum war nicht
ganz mein Geschmack. Als wir das Yanning Tree verliessen waren wir einerseits
zufrieden, andererseits auch immer noch hungrig. Wir fanden nämlich im
Nachhinein heraus, dass man sich zu den Gerichten hätte Beilagen bestellen
können! Hätte das der gute Herr Ober mal erwähnt! Aber immer diese Touristen!
Schon kurz darauf waren in Cronulla, wo wir uns nochmals bei
Flo einnisteten durfen, der uns schon zu Beginn unserer Australienreise bei
sich aufnahm. Hier konnten wir den Strand und Toby auch die Wellen nochmals
ausnutzen (mir waren sie zu gross), bevor wir uns für einen Tagesausflug in die
Nähe von Kiama aufmachten. Dort hatten wir das Surfbrett gekauft und wollten es
nun da wieder verkaufen. Gesagt getan! Wir nahmen mit leichtem Schwermut
Abschied von unserem Wellenpferd und überliessen es den geschickten Händen des
Alten, der das Board selbst gebaut hat. Einen Blick durften wir auch in die
Werkstatt werfen! Echt cool!
Am nächsten Tag hiess es dann: Camper putzen! Die Zeit mit
unserer guten alten Gertrud* war beinahe vorbei und wir mussten noch unser
Versprechen einlösen, das wir ihr auf der Fahrt nach Nimbin gaben. Also räumten
wir unser Gipsymobil aus. Was da zum Vorschein kam verschlug uns fast die
Sprache! Da türmte sich plötzlich ein riesiger Berg voller Krimskrams an! Von
wo der wohl gekommen sein mochte!? Wir standen eine Weile fassungslos da und
liessen diese Türme auf uns wirken… Und sie wirkten… Alles fluchen und wettern
half auch nichts, das musste irgendwie ausgemistet und aufgeräumt werden. Also
machten wir uns an die Arbeit. Wir schrubbten, klapperten, räumten und
schüttelten zwischendurch mit dem Kopf, während wir auf die nicht kleiner
werden wollenden Berge starrten. Nach geschlagenen drei Stunden der
Verzweiflung dann die Erlösung: alles war geputzt, aufgeräumt und irgendwie und
irgendwo versorgt. Phu! Fehlte nur noch die Waschanlage für die gute Gertrud*,
die wir an diesem Tag nirgends mehr finden konnten. Doch Tags darauf, als wir
uns in die Stadt aufmachten, um sie nach Hause zu bringen, konnten wir unser
Versprechen dann doch noch ganz einlösen. Toby schrubbte in einer
Selbstbedienungswaschanlage den Dreck der vergangenen Wochen von Gertruds*
Gehäuse, bis sie strahlte wie noch nie. Jetzt war sie bereit nach Hause zu
gehen, das merkten wir ihr an. Darum fuhren wir sie ohne weitere Umwege zurück.
Und dann hiess es Abschied nehmen. Gertrud, wir vermissen dich jetzt schon!
Der Weg zu unserem freundlichen Hostel für Mensch und Schabe
war kurz aber knackig, denn wir hatten ja die ganzen Türme, die wir aus dem
Auto gefischt hatten auf den Buckel geschnallt! Wir sahen wohl aus wie die
grössten (naja eher die kleinsten) Packesel! Jeder ein Rucksack auf dem Rücken,
eine Tasche vor die Brust geschnallt und je zwei Tüten in den Händen. Kein
Wunder sah man hier und dort ein flüchtiges Schmunzeln. Diese Last, so sagten
wir uns, mussten wir loswerden. Also ging es zur Post und ein Packet holen,
dass wir dann nach Hause schicken konnten. Dieses füllten wir bis oben hin und
doch war da nicht genug Platz! Also nochmals zur Post und ein grösseres Packet
anfordern. Aber das gab es gar nicht! Wir hatten schon die grösste Schachtel
ausgesucht! Die Lösung für das Problem könnt ihr wahrscheinlich erraten… (für
Antwort siehe Fotos)
Den nächsten Tag verbrachten wir mit einem Stadtspaziergang,
der ins Nirgendwo und zurück führte, wir mussten schliesslich den Tag irgendwie
rum bringen. Glücklicherweise kam Flo am nächsten Tag nach Sydney, ohne den wir
halb Sydney verpasst hätten.
Mit der Monorail machten wir eine kleine Rundfahrt durch die
Innenstadt und Flo kommentierte die Fahrt wie ein echter Touristenguide. Ein
waschechter Sydneyianer hätte das nicht besser hinbekommen! Anschliessend
setzten wir unsere Besichtigungstour fort und erkundeten Chinatown, wo wir ein
unglaublich gutes und noch dazu günstiges Essen verschlangen, das auf einer
heissen Eisenplatte serviert wurde. Es
brutzelte noch als Toby es an unseren Tisch brachte und der scharfe Dampf hing
wie eine Wolke um uns. Gestärkt ging es weiter und wir schauten uns den Darling
Harbour an, eine riesige Flaniermeile um den Hafen, gespickt mit unzähligen Restaurants,
Clubs, Museen und Ausflugsziele für jung und alt. Wir fanden sogar ein Lindt Caffee,
in dem wir kleine Ostereier abstaubten (als Toby erwähnte, dass wir Schweizer
sind gab’s noch ein Ei obendrauf!) und somit mussten wir nicht auf die
schweizer Osterschokolade verzichten.
Unsere Tour ging weiter und wir beschlossen, uns ins
Nachtleben von Sydney zu stürzen. Wir fanden eine gemütliche Bar mit Live-Band
und Sitzplatz direkt an der
Hauptflanierstrecke (oder wie Flo es nennt: Walk of Shame). Wir genossen die
Aussicht in vollen Zügen und schmunzelten nicht schlecht über das Partyfolk
Sydneys, das über den Walk of Shame stolperten und schwankten. So liessen wir
diesen Abend bei einem (für uns) sau teuren Bier ausklingen.
Am nächsten Tag besichtigten wir das am Vortag erkundete
Sydney noch bei Tageslicht, mussten jedoch feststellen das Sydney bei Nacht
einfach mehr Charme besitzt, wie das eben bei den meisten Städten so ist. Auch
ein Abstecher über den Paddys Market liessen wir uns nicht entgehen. Ein Stand
reiht sich an den anderen und jeder zweite verkauft dasselbe zum genau gleichen
Preis. Mit Handeln ist da auch nichts! Den restlichen Tag verbrachten wir mit
packen und damit uns auf den morgigen Tag zu freuen, denn dann fliegen wir nach
Bali! Juhii!
(*richtiger Name der Redaktion bekannt)
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