Es konnte also losgehen! Wir
fuhren zum Nationalpark und bereiteten uns auf unseren bevorstehenden Walk vor.
Allerdings wussten wir noch gar nicht welche Wanderung wir überhaupt angehen
wollten, da gab es ca. 17 verschiedene zur Auswahl, wobei wir unsere Vorwahl
bereits getroffen hatten – es blieben also noch 16. Nein, Spass beiseite, zwei
waren übrig, der eine „kurz und knackig“ (vgl. Lonely Planet), der andere… lang?
Jedenfalls wollten wir professionellen Rat zur Hilfe ziehen und begaben uns ins
Informationszentrum am Start aller Walks. Was wir dabei herausfanden war: Der
Typ hat von Tuten und Blasen keine Ahnung. Wir mussten uns also selbst helfen.
Und wie so oft entschieden wir uns einfach für die längere Wanderung, die als
Rundgang, aber auch als einfache Hin-Zurück-Strecke gegangen werden konnte,
wobei Zweiteres empfohlen wurde (der Rundweg dauert 9 Stunden)
Wir marschierten in die Richtung,
in die uns der Informationsheini delegierte: „Immer an die „Inside Route St.
Mary Peak“ halten“ (hätten wir da mal lieber unserer ersten Einschätzung zu dem
Herrn vertraut: von Tuten und Blasen keine Ahnung)
Die Strecke war relativ
unspektakulär und braucht keine lange Erklärung, karg und eintönig sollte
reichen (und sonst reicht ein Blick auf die Fotos) Wir marschierten und marschierten und
marschierten und marschierten, während wir die Fliegen mit wildem Händefuchteln
und regentanzähnlichen Gebaren versuchten von uns fern zu halten (dass dieses
Unterfangen von wenig Erfolg gekrönt war muss ich, glaube ich, nicht erwähnen)
Wie es schien gingen wir durch ein endlos erscheinendes Tal und wir erfreuten
uns an den Kängurus, die zu genüge über die Wege hoppelten, und begannen eifrig
zu zählen. Am Ende des Tages waren es 51 Kängurus, 4 Emus und eine wilde Herde
Ziegen.
Irgendwann begann der Weg leicht
nach oben zu verlaufen. Und dann ging das wieder eine halbe Ewigkeit.
Anstrengend war der ganze Walk bis dahin noch kein bisschen gewesen, doch die
erwartungsvolle Spannung unsererseits war auch langsam Geschichte. Dann
endlich, nach einigen Kilometern zu viel (der Weg hätte nur ca. 6 Kilometer
sein dürfen, war allerdings dann doch um die 13 Kilometer gewesen) erreichten
wir den St. Mary Peak, den wir mit letzten Kräften (also Toby war noch topfit,
ich hatte schrecklich Hunger und Mischa hatte nicht ganz wandergerechte Schuhe
an den Füssen (oder was davon übrig sein mochte))
Die Aussicht war hingegen
wirklich sehenswert und wäre bestimmt noch einiges schöner gewesen, hätte nicht
just in dem Moment als wir den Gipfel erreichten, unser Regentanz Wirkung
gezeigt (aber damit waren wir das Fliegenproblem jetzt tatsächlich mehr oder
weniger los) Trotzdem konnten wir meilenweit sehen und die gesamten Flinders
Range von oben begutachten. Lange genossen wir die Aussicht nicht, denn jetzt
wurde es auch noch windig und kalt (jedenfalls für mich) also entschieden wir
uns zum Abstieg. Und als wir dann eine Tafel mit der Aufschrift „Outside Route
St. Mary Peak – 6 Km“ fanden war unseren Verdacht bestätigt: Der hat uns in die
falsche Richtung geschickt! Anstatt der einfachen Hin-Zurück-Wanderung legten
wir schlussendlich den ganzen Rundgang zurück. In stattlichen 6 Stunden. Der
Weg zurück war um einiges spektakulärer, jedenfalls gab die Landschaft etwas
mehr her als auf dem Hinweg, wobei auch hier keine andere Beischreibung gegeben
werden kann.
Zurück im Informationszentrum
gönnten wir uns erst mal eine heisse Tasse Schokolade und dazu einen fetten
Schokoriegel. Genau das richtige, um all die abtrainierten Kalorien wieder brav
an ihren Platz zu befördern.
Die Nacht verbrachten wir auf
einem Campingplatz im Nationalpark, auf dem wir völlig verlassen und alleine
campierten. Und am nächsten Tag hiess es dann zurück nach Adelaide fahren und
Mischa in sein trautes Heim zurück geleiten. Auch wir liessen es uns noch einen
Tag gut gehen und vertrieben uns die Zeit mit überbewerteten Dingen, wie Wäsche
waschen und duschen und weil wir es uns gerade gut gehen liessen, besuchten wir
den Dumpling King, der uns Speisen auftischte, die der Kaiserin von China
vermutlich genauso gemundet hätte wie uns. Vollgestopft und zufrieden fielen
wir in unser Bett.